Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Landshut e. V.
Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Landshut e. V.

Verbundenheit mit Mensch und Natur seit 1904

Der Kreisverband fördert die Obst- und Gartenkultur, die Landespflege und den Umweltschutz. Ausdrücklich will er dem Erhalt einer intakten Kulturlandschaft und der menschlichen Gesundheit dienen. Weitere Förderziele sind die Ortsverschönerung und damit die Verschönerung der Heimat, die Heimatpflege und die gesamte Landeskultur.

Ein besonderes Anliegen ist es, Kinder und Jugendliche einschließlich der Familien an diese Ziele heranzuführen.

 

Mit 57 Gartenbauvereinen unterstützt der Kreisverband als Dachorganisation die Aktivitäten der über 9500 Mitglieder.

Grußwort der 1. Vorsitzenden

Liebe Gartenfreunde,

 

Ein herzliches Grüß Gott! Es freut mich, dass Sie unsere Homepage besuchen. Seit Januar 2017 darf ich Vorsitzende des Kreisverbandes sein. Wir sind ein engagiertes Team in der Vorstandschaft unterstützt mit unserem Geschäftsführer Armin Müller. Uns liegt die Natur sehr am Herzen. Seit Jahren wird in den einzelnen Ortsverbänden hervorragende Arbeit für den Gartenbau und Landespflege geleistet. Besten Dank an dieser Stelle für alle Mitglieder und den Vorsitzenden. 

Meine Ziele als Kreisvorsitzende sind, die bisherige sehr gute Arbeit fortzusetzen und neue Impulse für unsere Jugend und Kinder zu setzen. Wir wollen die Kinder für die Natur und Umwelt begeistern und diese in den Jugendgruppen und auch deren Eltern in unseren Verband integrieren.

 

Freundlichst Ihre

Martina Hammerl

Wo sind die Sortenschätze unserer Streuobstwiesen?

 

Um diese zu heben erhielt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim im Rahmen des Bayerischen Streuobstpaktes den Auftrag, ein zukunftsfähiges Sortenerhaltungskonzept Streuobst für ganz Bayern zu entwickeln. Dieses wird 2022 in vier Pilotlandkreisen gestartet und dient als Vorbild für andere Landkreise. Da es nur noch wenige gute Sortenkenner in Bayern gibt, läuft uns also die Zeit davon, zumal viele Fruchteigenschaften nur noch die älteren Baumbesitzer kennen.

Das Wissen und die Kenntnisse zu Sorten sollte möglichst erfasst werden, bevor es verloren geht. Deshalb ist ein Systemwechsel notwendig. Weg von Sortenkartierungen durch Experten, hin zum Zusammentragen von Sorten durch Bürger und Baumbesitzer mit konzentrierten Bestimmungseinsätzen durch Experten.

 

Und hier kommen Sie in’s Spiel

Haben Sie Fruchtmuster unbekannter Obstsorten von alten Bäumen in Streuobstbeständen, Obstgärten, oder bei Ihnen zu Hause? Dann sammeln 5-6 typische Früchte – nicht die schönsten - in einer Papiertüte und bringen sie zu einer der folgenden Sammelstellen:

Lehr- und Beispielsbetrieb für Obstbau – Deutenkofen, Hans Göding, Blumberger Str. 1, 84166 Adlkofen, Tel. 08707/205, mail@obstbau-deutenkofen.de

Jürgen Pompe, Winklsaß 74, 84088 Neufahrn i.NB, Tel: 08773/678, mosterei-pompe@t-online.de

Genußbrennerei Birnkammer, Vilsbiburger Straße 22, 84175 Lichtenhaag, Tel: 0173/8331014

Anja Huber, Engelsdorf 2, 84076 Pfeffenhausen Tel: 08782/9798180

Landshuter Obstkeltereien GmbH, Moosstraße 27, 84032 Altdorf, Tel. 0871/22444

Den Erfassungsbogen können Sie unten herunterladen. Die Ergebnisse werden an die Baumbesitzer zurückgemeldet, es entstehen für Sie keine Kosten. Eine Gewähr für eine hundertprozentige Trefferquote kann allerdings nicht gegeben werden.

Sortenerfassung Formular.pdf
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IN DÖRFERN AUCH DIE HEIMAT MITGESTALTET

 

Kreisverband ehrte verdienstvolle Mitglieder – Wieder mehr eigenes Gemüse

„Die Gartenbauvereine und ihre Mitglieder gestalten auch die Heimat mit“. Mit dieser Aussage hat die Vorsitzende des Landshuter Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege, Martina Hammerl, die Leistungen dieser „grünen Organisation“ in den Dörfern beschrieben. Die Hauptversammlung dieses Verbands für 2021 war geprägt von Ehrungen, Satzungsänderungen, Berichterstattungen und einem begeistert angekommenen Vortrag über den Gemüsebau im Hausgarten.

Im Saal des neuen Gemeindezentrums Kumhausen begrüßte Bürgermeister Thomas Huber die Vertreter der 56 Gartenbauvereine. Er bekräftigte hierbei, dass die Kommunen die Arbeit dieser Vereine im ländlichen Raum zu schätzen wissen. Diese würden oft für blühende und grünende Ortschaften sorgen.

Acht Mitglieder, die zeitlich lange in einem Gartenbauverein und teils auch noch im Kreisverband aktiv waren, standen auf der Ehrungsliste. Martina Hammerl sprach hier von Ehrenamtlichen, die „keinen Cent“ erhalten haben, sondern zuweilen noch kritisiert worden sind. Das „Dankeschön“ der Vorsitzenden war hierbei mit einer besonderen Auszeichnung des Landesverbands verbunden. Assistiert von ihrem Vertreter Peter Fischer und im Beisein von Bürgermeister Thomas Huber zeichnete die Vorsitzende aus:

Else Fohrer (Goldene Ehrennadel) aus Auloh, die dort 27 Jahre Vereinsvorsitzende war und engagiert verschiedene Projekte initiiert hat. Auf eine 50-jährige Vereinsarbeit, davon zumeist als Vorsitzender, kann Georg Nirschl (Goldene Ehrennadel am Band) aus Eugenbach zurückblicken. Er hat Aktionen initiiert und das gesellschaftliche Leben bereichert.  In 37 Jahren hat Ernst Bindhammer (Silberne Ehrennadel) aus Altheim als Aktiver und zuletzt als Vorsitzender die Vereinsarbeit gefördert. In insgesamt 32 Jahren hat sich Martin Renner (Goldene Ehrennadel) aus Altheim als Schriftführer oder Kassier hervorgetan.

Jeweils ein Vierteljahrhundert hat Elisabeth Schindlbeck (Goldene Ehrennadel) aus Dietelskirchen im Ortsverein und im Kreisvorstand gewirkt. Als Beauftragte für die Jugendarbeit sowie als Vereinsvorsitzende galt ihr Einsatz insbesondere dem Nachwuchs. In zehn Jahren hat Beate Preiss (Silberne Ehrennadel) aus Bodenkirchen als Kassiererin sowie bei Pflanz- und Jugendaktionen viel geleistet. Mit ihrer 33-jährigen Tätigkeit als Vorsitzende des Gartenbauvereins Pfettrach hat Brigitte Burger (Goldene Ehrennadel) die Verschönerung und ökologische Entwicklung dieser Ortschaft beeinflusst. Knapp zehn Jahre führte Waltraud Maulberger (Ehrennadel in Bronze) aus Altfraunhofen als Vorsitzende den örtlichen Gartenbauverein. 

Mit einem „Dankeschön“ lobte Martina Hammerl auch Peter, Gabi und Andreas Fischer für ihren allseitigen Einsatz im Lehrgarten sowie Bürgermeister Thomas Huber für die Unterstützung des Kreisverbands durch die Gemeinde Kumhausen. Anerkennende Worte fand die Vorsitzende auch für die Juristin Gisela Geppert, die die Verbandssatzung. aktualisiert hat. Und schließlich dankte Martina Hammerl auch ihrer Amtsvorgängerin - der Ehrenvorsitzenden Dr. Marianne Maierbeck - für ihre vorausschauenden Entscheidungen.

Einen zufriedenstellenden und von der Corona-Pandemie geprägten Finanzbericht 2021 erstattete Kassier Rudi Kollmeier. Ebenfalls von der Pandemie beeinflusst war der Geschäftsbericht, den Martina Hammerl in Vertretung des verhinderten Geschäftsführers Armin Müller vortrug. Auch in den Schilderungen des Jugendbeauftragten Peter Fischer und des Pomologen Josef Ammer kamen die Einschränkungen wegen der Pandemie zum Ausdruck. Trotzdem konnten im Vorjahr, so Josef Ammer, zumindest mit österreichischen Pomologen Zusammenkünfte für Sorten-Bestimmungen arrangiert werden. In das „Sortenerhaltungs-Projekt“ der Bayerischen Staatsregierung ist nach den Schilderungen des Pomologen auch der Landkreis Landshut eingebunden.

Über den wieder zunehmenden Gemüsebau im Hausgarten referierte Peter Gasteiger aus Gars a. Inn. Er verstand es, die Zuhörer für das eigene Gemüse zu begeistern. Dabei gab er auch Ratschläge für das Düngen und die Schädlingsbekämpfung. Und weiter müssten die Menschen auch hier bereits erkennen: Es wird zu enormen Wasserproblemen kommen, die die Nahrungsmittelversorgung künftig weiter beeinträchtigen oder erschweren werden.

 

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Die acht Geehrten mit der Verbandsvorsitzenden Martina Hammerl, ihrem Vertreter Peter Fischer und Bürgermeister Thomas Huber

Das Interesse für eigenen Garten steigt

 

Aktuelle Krisen machen sich hier bemerkbar – Satzung wird geändert

Seine Satzung hat der „Kreisverband für Gartenbau und Landespflege“ aktualisiert. Die Juristin Gisela Geppert, selbst Mitglied der Vorstandschaft, hat nun den Entwurf für eine Neufassung dieser Satzung vorgelegt, die bei der Mitgliederversammlung am 14.Mai (Tagungsort: Gemeindezentrum Kumhausen) genehmigt werden soll. Einig war sich die unter Vorsitz von Martina Hammerl in Oberglaim, Gasthaus Betz, tagende Vorstandschaft darin, dass die bisherige Bezeichnung des Kreisverbands beibehalten werden soll.

Die Corona-Pandemie hat das Vereinsleben erkennbar beeinträchtigt, wie den Schilderungen einiger Vereinsmitglieder zu entnehmen war. So sind aktuell die Gartenbauvereine Auloh und Altfraunhofen wegen fehlender Führungskräfte vor der Auflösung. „Das ist eine ungute Entwicklung für diese grüne Organisation“, stellte die Vorsitzende fest. Erfreut zeigte sie sich aber darüber, dass die Pflege und Bewirtschaftung des Kreislehrgartens durch die Gartenbauvereine weiter so gut funktioniere.

Im Verlauf der Sitzung, der ersten in einem Gasthaus nach der am 5.August 2021 erfolgten Neuwahl, wurde das diesjährige Programm erarbeitet. So wird nach 1919 heuer wieder ein „Tag der offenen Gartentür“ am 26.Juni veranstaltet. Der bei dieser Sitzung anwesende Eigentümer Hubert Rauhmeier will dazu seinen in Oberglaim befindlichen, etwa 2500 Garten für Besucher öffnen. Ob und inwieweit noch weitere Gärten im Kreisgebiet dazu kommen, das wird nach den Worten des Kreisfachberaters Armin Müller noch abgeklärt.

Auch eine „Pfingstmontags-Wanderung“, aber mit kleinerer Teilnehmerzahl, wird für heuer angestrebt. Näheres dazu wird bei der nächsten Zusammenkunft der Vorstandschaft besprochen. Der Jugendbeauftragte Peter Fischer will heuer wieder einen „Erlebnis-Tag für Kinder“ im Lehrgarten veranstalten. Ob und inwieweit der Kreislehrgarten am 18.September für Besucher geöffnet werden kann, das hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Dieser „Schau-Tag“ wäre zweifelsohne eine Begegnung der an Umwelt und Natur interessierten Mitbürger.

Ein Schwerpunkt der Kreisverbandsarbeit ist, wie den Ausführungen des Kreisfachberaters Armin Müller und des Stellvertretenden Vorsitzenden Peter Fischer zu entnehmen war, die „Gartenzertifizierung“ im Rahmen des landesweiten Programms „Bayern blüht – Naturgarten“. Damit sollen der Erlebnisraum  „Garten“ aufgewertet und die Artenvielfalt gefördert werden. Näheres dazu hat, wie die beiden Berichterstatter erwähnten, die Landshuter Zeitung schon in ihrer Ausgabe am 2.März aufgezeigt.

„Immer mehr Mitbürger besinnen sich derzeit auf den Gemüsebau im eigenen Haus- oder Hobby-Garten, urteilten einige Vorstandsmitglieder. Nach deren Meinung wird dieser Trend insbesondere durch die aktuellen Krisen verstärkt. Deshalb will die Kreisvorstandschaft bei der diesjährigen Mitgliederversammlung auch den Gemüseanbau thematisieren.

 

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Die Kreisverbandsvorsitzende Martina Hammerl (Bildmitte) konnte zur konstituierenden Sitzung fast alle Vorstandsmitglieder sowie Hubert Rauhmeier vom Gartenbauverein Oberglaim begrüßen.

Gärten erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit

 

Kreisverbands-Vorstandschaft im wesentlichen bestätigt – Hoher Stellenwert der Jugendarbeit

Für weitere vier Jahre wurde Martina Hammerl als Vorsitzende des Landshuter Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege bestätigt. Zuvor hatte sie sich namentlich für die „starke Unterstützung“ durch Mitglieder der bisherigen Vorstandschaft insbesondere während der 1 1/2-jährigen Pandemie-Zeit bedankt. In einem schwierigen Umfeld sei die Jugend- und Pomologen-Arbeit fortgeführt werden. Und die Vorsitzende erklärte: „Gärten erfreuen sich weiter großer Beliebtheit“.

Mit ihrem Rechenschaftsbericht bei der Mitgliederversammlung im Gasthaus Westermeier in Blumberg dokumentierte Martina Hammerl die allseitige Unterstützung durch die Vorstandschaft. Gerade die Hinführung der Jugend zu Gärten, Natur und Umwelt sowie die Bestandssicherung alter, regionaler Obstsorten seien dem Kreisverband ein großes Anliegen. Und dazu komme, dass das Wissen über Gärten weitergegeben werden muss. Ebenfalls lobte die Vorsitzende die Juristin Gisela Geppert für ihren Einsatz zur Aktualisierung der Verbandssatzung.

Erfreuliche Kassenberichte für die Verbandsjahre 2019 und 2020 erstattete Rudi Kollmeier. „Wegen Corona wurde zwar weniger eingenommen, aber auch weniger ausgegeben“, listete der Kassier auf. Nach seiner Schilderung wird der erzielte Überschuss nun für ein Mähgerät zur Pflege des Lehrgartens aufgewendet. Dem Kassier bescheinigte der Obersüßbacher Altbürgermeister Alfons Satzl „übersichtlich und ordentlich verbuchte Einnahmen und Ausgaben“.

Stellvertretender Landrat Rudolf Lehner, der für den Landkreis das Wort ergriff, sprach von einer durch die Corona-Pandemie verursachten Rückbesinnung auf in der Heimat vorhandene Gärten. Deren Stellenwert sei fast jedem bewusst geworden. Anschließend leitete der Kommunalpolitiker die Neuwahl der Vorstandschaft, die sich künftig wie folgt zusammensetzt:

Vorsitzende des knapp 10 000 Mitglieder zählenden Kreisverbands mit seinen 51 Vereinen bleibt Marina Hammerl, ihre Stellvertreter sind weiterhin Ludwig Vielhuber und Peter Fischer. Geschäftsführer des Kreisverbands ist Armin Müller. Die Kasse verwaltet weiterhin Rudi Kollmeier. Zu Beisitzern wurden die Pomologen Jürgen Pompe und Josef Ammer und der Lehrgarten-Imker Christian Ott berufen. Weitere Beiräte sind Georg Nirschl (Info- und Lehrfahrten), Gisela Geppert (Recht) sowie Manfred Brandl und Max Zormeier. Als Gartenwarte kümmern sich Gabi und Andreas Fischer und Christian Reiss um den Lehrgarten. Revisoren sind Alfons Satzl und Walter Hartrampf. Das Amt des Pressewarts bleibt vorerst unbesetzt. Kommissarisch nimmt dieses Amt bis auf weiteres Josef Sehofer wahr.

Auch während der Pandemie-Zeit verweilten, wie Peter Fischer erwähnte, Schulklassen und Kinder im Lehrgarten. „Mit den Kindern gewinnen wir auch deren Eltern als Neumitglieder für den Verband“, gab der Jugendbeauftragte zu verstehen. In diesem Sinne warb er auch für einen verantwortungsbewussten Umgang der Jugend mit Natur und Umwelt.

In einem eigenen Beitrag informierte Peter Fischer auch über die Zertifizierung „grüner Oasen“ als sogenannte „Naturgärten“. Bei dieser Aktion sind keinesfalls verwilderte Gärten das Ziel, sondern Gärten, in denen man sich wohlfühlen kann. „Aber eines muss jedem bewusst sein: Solche Gärten bleiben eine Nische“, erklärte der Berichterstatter, der ebenfalls mitteilte, dass neben ihm auch Gudrun Wagner und Armin Müller als „Zertifizier-Berechtigte“ zugelassen sind.

Auf eine rege Tätigkeit der Pomologen konnte Josef Ammer verweisen. Demnach weilten sie im Berichtszeitraum in Südtirol (Laimburg) zur Schulung sowie auf der Messe „Fruchtwelt“ in Friedrichshafen/Bodensee. Auch Sorten-Bestimmungen, Veredelungen und Baumschneidekurse standen auf dem Programm. Und schließlich wurde auch die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus aufrechterhalten.

Über eine neue Gartenanlage in Essenbach, für das die Marktgemeinde das Grundstück bereitgestellt hat, berichtete Gisela Geppert. Sie meinte, dass hier ein sehenswertes, ökologisches Vorbild in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Museum geschaffen worden sei.

 

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Die neue Vorstandschaft des Kreisverbands mit der bestätigten Vorsitzenden Martina Hammerl (einige Mitglieder waren terminlich verhindert) und stellvertretendem Landrat Rudolf Lehner

Kreisverband will seine Satzung aktualisieren

 

Überarbeitung für Hauptversammlung 2022 vorgesehen – Guter Obstertrag wird heuer erwartet

Man sieht es schon auf den ersten Blick: Auch im Lehrgarten, den der Landshuter Kreisverband für Gartenbau und Landespflege bei Siegerstetten bewirtschaftet, wird die ökologische Ausrichtung groß geschrieben. Die Grünflächen zwischen den Obstbäumen wurden bewusst noch nicht gemäht, um Gräsern, Wildblumen und vielen Kleintieren ihren Lebensraum erhalten zu können.

Zu ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr hat sich die Kreisvorstandschaft dieser in Stadt und Landkreis Landshut knapp 10 000 Mitglieder zählenden Organisation im Lehrgarten getroffen. Martina Hammerl eröffnete hierbei diese Sitzung mit einer Gratulation an den Ältesten dieser Vorstandschaft. Mit Freude verkündete die Kreisverbandsvorsitzende, dass Josef Sehofer vor einigen Monaten nicht nur seinen Achtzigsten feiern konnte, sondern auch für seine 45-jährige Tätigkeit als Pressewart und zeitweiliger Schriftführer dieser „grünen Organisation“ vor kurzem vom Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder mit dem „Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt“, das Landrat Peter Dreier überreicht hat, ausgezeichnet worden sei.

Der Geehrte bedankte sich für die Glückwünsche, erneuerte aber seine schon seit Jahren immer wieder vorgebrachte Erwartung auf Übernahme dieses Ehrenamts im Kreisverand durch ein anderes Mitglied. Immerhin sei er, so Josef Sehofer, unter Einbeziehung der Vor-Ort-Berichterstattung für den Altdorfer Gartenbauverein und für den niederbayerischen Bezirksverband, schon über ein halbes Jahrhundert für diese „grüne Organisation“ aktiv tätig. „Das reicht“, meinte salopp Josef Sehofer in Hinblick auf die am 9.August in Blumberg stattfindende Hauptversammlung mit Neuwahl der Kreisvorstandschaft.

Eine Besichtigung des Lehrgartens soll heuer, so die Vorstandschaft, am 19.September ermöglicht werden. Eine Bewirtung ist nicht vorgesehen. Vorausgesetzt, die Pandemie-Lage erlaubt zu festgesetzten Einlass-Zeiten jeweils für Gruppen mit bis zu 30 Personen eine Gartenführung, wird es dieses Angebot geben. Hier werden voraussichtlich die Pomologen Jürgen Pompe und Josef Ammer und Kreisfachberater Armin Müller bereitstehen und gefragt sein.  

Auf ein überaus fleißiges Gartenteam konnte Martina Hammerl verweisen. Die Arbeitseinsätze der jeweiligen Helferinnen und Helfer sind genau dokumentiert. Inzwischen ist als Gartenwart auch Andreas Fischer hinzugekommen, der sich bei dieser Sitzung vorstellte. Der über Jahre hinweg recht engagiert gewesene Hans Radspieler steht leider nicht mehr zur Verfügung.

Ausführlich hat sich die Juristin Gisela Geppert mit der Satzung des Kreisverbands befasst und hierzu Änderungen und Ergänzungen vorgeschlagen. Gerade die nicht vorhersehbar gewesene Pandemie zwinge nun auch den Kreisverband dazu, bestimmte Vorgaben hinsichtlich Versammlungs-Termine, Neuwahlen, Berichterstattungen und Vertretungen diesen Herausforderungen anzupassen. Die Änderungen und Ergänzungen der Satzung sollen voraussichtlich bei der Hauptversammlung 2022 beschlossen werden.

Die Vorstandssitzung wurde auch zu einer „Sommer-Visite“ im Lehrgarten genutzt. Beim Rundgang überzeugten sich die Vorstandsmitglieder von der etwa zwei Wochen in Rückstand befindlichen Vegetation, der Bepflanzung und dem erwarteten Obstertrag. Der Fruchtbehang an den Bäumen ist heuer groß. Deshalb wird mit einer guten Obsternte gerechnet. Einige Vorstandsmitglieder berichteten auch über die Situation in den Haus- und Hobby-Gärten. Demnach hat die Kirschen- und Erdbeeren-Ernte schon eingesetzt. Auch mit dem Gemüsebau sind die Mitglieder zufrieden, auch wenn die zeitlich frühe Sommer-Hitze durchaus Einfluss auf das Pflanzenwachstum haben wird.

Bilder:

 

IIm Beisein der Vorstandschaft gratulierte die Gartler-Vorsitzende Martina Hammerl auch Josef Sehofer (beide Bildmitte) zu seiner Auszeichnung

 

IIm Lehrgarten sind viele Beispiel-Anlagen, wie auch Hochbeete, zu finden

 

„Mehr Wildblumen in Haus- und Hobby-Gärten“

Landesweite Aktion auch 2021 im Fokus des Kreisverbands

Seit 2018 haben organisierte Freizeitgärtner auch blühende Naturgärten im Fokus. In einem Rundschreiben hat nun Kreisfachberater Armin Müller alle Gartenbauvereine in Stadt und Landkreis Landshut dazu ermuntert, jetzt schon – also während der Wintermonate - die Weichen für größere Wildblumen-Beete zu stellen.

Im kommenden Jahr 2021 wird sich der Landshuter Kreisverband für Gartenbau und Landespflege an der vom niederbayerischen Bezirksverband angestoßenen Aktion „Niederbayern blüht auf“ beteiligen. Dazu werden an die Vereine, bei entsprechender Bestellung bis zum 7.Februar und einer „Beteiligungs-Erklärung“, auch einjährige Wildblumen-Saatgutmischungen abgegeben.

Der Landshuter Kreisverband für Gartenbau und Landespflege unterstützt, so Martina Hammerl, die vielfältigen Bemühungen, die Artenvielfalt auch in Haus- und Hobby-Gärten nicht nur zu erhalten, sondern sogar auszuweiten. Dabei beruft sich die Kreisverbandsvorsitzende auch auf Staatsministerin Michaela Kaniber, die heuer den 250.Garten mit der Plakette „Bayern blüht – Naturgarten“ ausgezeichnet hat.

Nach den Worten von Martina Hammerl teilt sie die Freude der Staatsministerin, dass sich schon viele Gartenbauvereine an dem Projekt beteiligen und der Landesverband als Partner eingebunden sei. Ab 2021 obliegt nun diesem Verband vollständig die weitere Abwicklung und Organisation der Naturgarten-Zertifizierung.

Das jeweilige „Blütenmeer“ im Haus- und Hobby-Garten, das durch heimische Wildblumen-Saaten entsteht, wird etwa 80 Zentimeter hoch und soll ein echter „Hingucker“ werden, wünscht sich die Kreisverbandsvorsitzende. Nach ihren Worten ist für Wildblumenbeete eine Fläche von etwa 30 Quadratmeter erforderlich. Bei den Saaten handelt sich um ein- und zweijährige Mischungen.

Über 20 Wildblumen-Arten enthält eine Saatgut-Mischung. Angefangen von der Kornrade über den Feldrittersporn bis hin zum Roten Lein ist alles darunter. Die neuen Saatgut-Mischungen enthalten nun verstärkt Sämereien für mehr Spätsommer- und Herbst-Blüten. Einige der Wildblumen, wie beispielsweise die Margerite, können sich bei guten Voraussetzungen sogar dauerhaft etablieren.

Und einen Tipp hat noch Armin Müller parat: Manche Böden können nicht beliebig oft mit einjährigen Mischungen angesät werden. Durch das Fehlen der Sommer- und Herbstmahd kann sich unerwünschter Beiwuchs ungestört aussamen. Deshalb empfiehlt sich oft ein Standortwechsel.

 

„Bio-Äpfel aus dem eigenen Garten“

Viele Mitglieder des Kreisverbands schwören auf ihr Obst – Herausfordernde Obstlagerung

Zufriedenstellend fiel heuer die Apfel-Ernte bei den Haus- und Hobby-Gärtner aus. Und jetzt geht es darum, diese geschmackvollen Bio-Früchte möglichst lange lagern zu können. Dabei werden aber oft Fehler gemacht.

Die Keller fast aller zentralbeheizten Wohnhäuser sind für die Obst-Lagerung erfahrungsgemäß zu warm und zu wenig durchlüftet, gibt der Pomologe Jürgen Pompe vom Landshuter Kreisverband für Gartenbau und Landespflege zu bedenken. Recht professionell lagert er deshalb seine Äpfel in einem kühlen, aber ganzjährig frostfreien Keller außerhalb seines Wohnhauses. Mit einem natürlichen Belüftungssystem findet hier, um einem Schimmel- oder Pilz-Befall vorzubeugen, der unbedingt notwendige Luftaustausch statt.

An die 30 Sorten an Äpfeln bevorratet der Pomologe. Für diese hat er Lagerregale mit Schubläden aufgestellt. Diese ermöglichen ihm, durch Herausziehen der Schubläden die eingelagerten Äpfel auf Fäulnis kontrollieren zu können. Haus- und Hobby-Gärtner haben, so Jürgen Pompe, nicht die Voraussetzungen wie die Erzeuger in den Obstanbau-Gebieten, denen große Kühlhäuser mit wenig Sauerstoff und dafür mit mehr Kohlendioxyd-Gas zur Verfügung stehen.

Bei seinen Äpfeln setzt Jürgen Pompe sowohl auf alte wie auch auf neue Sorten. Darunter befinden sich unter anderen der Brettacher, Berlepsch, Ontario, Zabergäu-Renette und Mutterapfel sowie der Topaz, Goldstar, Evelina und Elstar. Insgesamt stehen im „Hause Pompe“ die Naturprodukte im Mittelpunkt. Bio-Obst wird zu Saft oder weiteren Produkten verarbeitet. Ebenso ist er ein recht bekannter und erfolgreicher Imker.

Nicht so groß, aber durchaus ansehnlich ist auch der Obst- und Gemüsebau des Pressewarts Josef Sehofer. Er veredelt seine Obstbäume selber. Für seinen Wintervorrat hat er heuer fünf Apfel-Sorten aus seinem eigenen Garten eingelagert. Brettacher, Florina, Reanda, Rheinischer Bohn und „Ergoldinger“ (der eigentliche Sorten-Name ist ihm hier nicht bekannt).

Für die Obst- und Gemüse-Lagerung hat der passionierte Gärtner ebenfalls einen kleinen Lagerraum, in dem sich die Äpfel bis Ende Mai aufbewahren lassen. Mit einem auf null Grad eingestellten Heizlüfter, der sich nur an wenigen Winter-Tagen automatisch ein- und ausschaltet, schützt er sein eingelagertes Obst vor Frost. Für die Aufbewahrung der Äpfel nimmt er im Handel verwendete Steigen. Damit kann er mit einem Blick feststellen, ob ein Apfel fault.

Insgesamt hat Josef Sehofer elf verschiedene Apfel-Sorten auf zumeist jungen, von ihm selbst veredelten Spindelbusch-Bäumen in seinem Garten. Der ertragreichste Baum war heuer der „Rheinische Bohn“ mit rund vier Zentner Äpfel, die zum Großteil zu Saft gepresst wurden. Die Apfelernte beginnt mit dem „Korn-Apfel“ anfangs August. Diesem folgt dann der „James Grieve“. Den „Danziger Kant“ und die „Kasseler Renetten“ hat er ebenfalls in seinem Garten. Die Jungbäume, beispielsweise „Cox Orange“ und „Ontario“, sind noch alternierend. Das heißt, sie tragen anfangs zumeist nur in jedem zweiten Jahr.

Einen typischen Siedlungsgarten in einer schon verstädterten Gemeinde hat der Verbandskassier Rudi Kollmeier. Auch er meidet seinen Wohnhaus-Keller für die Obstlagerung. Stattdessen hat er neben seiner Garage einen kleinen Lagerraum, in dem er seine Äpfel bevorratet. Auch er verwendet handelsübliche Steigen. Bei langanhaltendem Frost muss er, da er keinen „Temperaturwächter“ einsetzen kann, seine Obststeigen vorübergehend in den temperierten Wohnhauskeller tragen.

 

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Einen professionellen Lagerraum mit Regalen für Obst hat der Pomologe Jürgen Pompe

Obst im Lehrgarten weitgehend geerntet

Auch in der „Corona-Zeit“ pflegten Gartenbauvereine die „grüne Oase“

Herbstlich präsentiert sich derzeit der Lehrgarten bei Siegerstetten des Landshuter Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege. Die Gartenbauvereine waren auch in der „Corona-Zeit“ recht fleißig und haben Obst geerntet. Teils wurde, soweit es sich um Fallobst handelte, dieses beispielsweise in der Altdorfer Vereinsanlage zu Saft gepresst.

In diesen Tagen wurden, wie stellvertretender Kreisvorsitzender Peter Fischer und Gartenwartin Gabi Fischer zeigten, auch die letzten süß-reifen „Bayern-Kiwi“ gepflückt. Diese in Haus- und Hobby-Gärten wenig bekannte Strauch-Frucht erfreut sich aber immer mehr einer größeren Beliebtheit. Dabei brauchen aber diese „Bayern-Kiwi“ grundsätzlich eine männlichen Bestäuber-Pflanze.

Beim Rundgang durch den Lehrgarten konnten auch einige Impressionen in Bild festgehalten werden. Abgefallenes Laub, minderwertigeres Fallobst für Vögel und noch grüne Beete – so sieht man derzeit den Lehrgarten. Dabei haben die Gartenwarte Gabi Fischer, Christian Reiß und Andreas Fischer in Zusammenarbeit mit den Helfern der Gartenbauvereine diese „grüne Oase“ möglichst naturnah und immer chemie-frei bewirtschaftet. Darüber freut sich auch Imker Christian Ott, der auf dem Lehrgarten-Gelände ein Bienenhaus hat.

Die Kreisvorsitzende Martina Hammerl und Kreisfachberater Armin Müller haben in den vergangenen Jahren, in Abstimmung mit der Kreisvorstandschaft, für mehr Wildblumen im Lehrgarten gesorgt. Damit wird dort auch eine große Vielfalt an Insektenarten angestrebt. Und die Verantwortlichen des knapp 10 000 Mitglieder zählenden Kreisverbands hoffen, im kommenden Jahr wieder ihre Beispielanlage an einem „Tag der offenen Tür“ wieder interessierten Besuchern zeigen zu können.  

Bilder:

Stellvertretender Kreisvorsitzender Peter Fischer und seine Frau Gabi, die als Gartenwartin tätig ist, pflückten an einem Strauch süß-reife „Bayern-Kiwi“

Der denkmalgeschützte „Troidkasten“ im Lehrgarten mit seinem herbstlichen Weinreben-Laub

Auch grüne Hochbeete und seltene Stauden-Gewächse befinden sich in der bunten Garten-Oase

Gartenwissen

Kurse der Kreisfachberatungen in Niederbayern 2022

Prädikat "Naturgarten"

Infos zum Thema

Baumwartausbildung in Deutenkofen

Der Lehr- und Beispielsbetrieb für Obstbau bietet einen mehrmoduligen Kurs zur Ausbildung zum Obstbaumwart an:

Festschrift: 100 Jahre Kreisverband Landshut
2004 FESTSCHRIFT 100 Jahre KV.pdf
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